(1) Workshop
Von „Früher war alles besser“ bis „Die Politik hört nicht zu“ - Demokratieskepsis zwischen den Generationen verstehen
Demokratieskepsis zeigt sich in unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und wird häufig verkürzt bestimmten Milieus zugeschrieben. Der Workshop versteht jene stattdessen als vielschichtige Haltung im Übergang zwischen Kritik, Distanz und möglicher demokratischer Anschlussfähigkeit. Im Fokus steht die Frage, wie sich Demokratieskepsis generationenspezifisch ausprägt und welche Erfahrungen sie prägen.
Ausgehend von einem fachlichen Impuls entwickeln die Teilnehmenden in Kleingruppen Personas aus verschiedenen Alterskohorten und analysieren Ursachen und Ausdrucksformen von Demokratieskepsis. Die Ergebnisse werden gemeinsam diskutiert und vergleichend eingeordnet.
Der Workshop bietet Raum für Austausch, Perspektivwechsel und praxisnahe Reflexion. Anhand von Praxisbeispielen wird gezeigt, wie niedrigschwellige und dialogische Bildungsangebote gestaltet werden können.
Referent/innen
Elisabeth Gliesche, Teresa Ostertag und Noel Schepp arbeiten bei Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. an der Schnittstelle von Demokratiebildung, digitalem Lernen und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. konzipiert Bildungsangebote für Menschen, die von politischer Bildung häufig nur schwer erreicht werden. Im Fokus stehen Demokratieskepsis, gesellschaftlicher Zusammenhalt und die Frage, wie gesellschaftlicher Polarisierung begegnet werden kann. Als begleitende Maßnahme im Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ entwickelt der Verein digitale Lernangebote und E-Learning-Module für unterschiedliche Zielgruppen. Ziel ist es, demokratische Gesprächsräume zu stärken, Teilhabe zu fördern und neue Zugänge zur politischen Bildung zu eröffnen.
(2) Workshop
Junge Menschen und die extreme Rechte
Was denken junge Menschen heute über Politik und Gesellschaft – und was macht extrem rechte Positionen für sie attraktiv? Der Auftaktvortrag gibt einen kompakten Überblick über aktuelle politische und gesellschaftliche Einstellungen junger Menschen, basierend auf verschiedenen pollytix-Studien und weiterer Forschung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf einer politisch-kulturellen Segmentierung der deutschen Bevölkerung, die pollytix im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung durchgeführt hat und die einen vertieften Blick auf einzelne Milieus ermöglicht.
Im zweiten, interaktiven Teil wenden die Teilnehmenden diese Erkenntnisse auf konkrete Fragestellungen aus ihrer eigenen Arbeit an. So werden die Forschungsergebnisse unmittelbar praxisnah nutzbar gemacht.
Referent
Dr. Lennart Hagemeyer ist seit 2021 Seniorberater bei der pollytix strategic research gmbh in Berlin. Dort forscht und berät er in den Bereichen politische Kommunikation, Wahlverhalten, Desinformation und Gesellschaftspolitik. Zuvor promovierte er über die Propaganda internationaler Nachrichtensender.
(3) Diskussionsforum
Zwischen Mehrheiten und Mitbestimmung – Generationengerechtigkeit als demokratische Herausforderung
Der demografische Wandel verändert die Altersstruktur unserer Gesellschaft – und damit auch die Rahmenbedingungen demokratischer Entscheidungsprozesse. Das Bewusstsein für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Demografie und Klimawandel teilen aktuell Menschen aller Generationen. Jedoch sind die Standpunkte, wie diesen Multikrisen zu begegnen ist, zwischen den Generationen sehr unterschiedlich. Das Diskussionsforum beleuchtet Generationengerechtigkeit als demokratische Herausforderung und diskutiert, wie Partizipationsmöglichkeiten und Repräsentation generationengerecht gestaltet werden können. Ausgangspunkt bilden zwei fachliche Impulse.
Referent/in
Dr. Michael Weinhardt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) und stellvertretender Leiter des Alterssurveys, eine bundesweit repräsentative Quer- und Längsschnittbefragung von Personen, die sich in der zweiten Lebenshälfte befinden.
Dr. Frederike Hofmann-van de Poll ist wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut (DJI). In ihrem Impuls beleuchtet sie die politische Partizipation junger Menschen und die Frage, wie ihre Perspektiven in demokratischen Entscheidungsprozessen wirksam berücksichtigt werden können.
(4) Workshop
Generationen im Dialog, Erfahrungen aus der Praxis
Wie kann es gelingen, die Generationen miteinander zu kontroversen Themen ins Gespräch zu bringen und sich dabei auf Augenhöhe zu begegnen? Dabei können bereits die Themenwahl und die Formulierung passender Fragen ein wichtiger Türöffner sein. In dem Workshop berichten die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen und die ZEIT-Verlagsgruppe von ihren Erfahrungen mit unterschiedlichen Dialogformaten. Anhand interaktiver Methoden entwickeln die Teilnehmenden neue Ideen für die Umsetzung in der Praxis.
Referentinnen
Silke Leicht ist stellvertretende Geschäftsführerin und Referentin für Engagement und Partizipation bei der BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. und dort zudem Referentin für Engagement und Partizipation.
Ulrike Zimmermann ist Projektmanagerin im Bereich Dialogformate bei der ZEIT Verlagsgruppe. Ihre Themen sind Organisationsentwicklung, gesellschaftlicher Diskurs und Potenzialentwicklung. Sie ist Coach und Sprecherin, hat ein Diplom in Sprechwissenschaft und Phonetik, studierte Kommunikations-, Medienwissenschaften und Soziologie in Leipzig, sowie Politische Kommunikation am MIT in Boston.
(5) Workshop
Brücken bauen zwischen den Generationen - LEGO® Serious Play® für lebendige Vereinsentwicklung
Wie gelingt generationenübergreifender Dialog im Verein? Der Methodenworkshop vermittelt die Grundlagen von LEGO® Serious Play® und zeigt, wie sich die Methode für Beteiligungs- und Entwicklungsprozesse einsetzen lässt. Die Teilnehmenden erleben den Ansatz anhand praktischer Übungen und reflektieren, wie unterschiedliche Perspektiven sichtbar gemacht, Kommunikation gefördert und gemeinsame Lösungen entwickelt werden können. Sie erhalten Impulse, um generationengerechte Beteiligung und Zusammenarbeit in ihrem Verein zu stärken.
Referentin
Simone Rieth in Zusammenarbeit mit Naturfreunde Thüringen, Frau Rieth arbeitet als Advanced LEGO® SERIOUS PLAY® Facilitatorin und Organisationsentwicklerin mit Schwerpunkt auf kollaborativen Innovationsmethoden. Sie begleitet Vereine, Verbände und Teams in Veränderungsprozessen und setzt auf Methoden, die Reflexion, Dialog und Kreativität fördern. Ihr methodischer Schwerpunkt liegt auf LEGO® SERIOUS PLAY®, Design Thinking und dialogorientierten Beteiligungsformaten.
(6) Workshop
„Jung genug? Alt genug? – Alter, Macht und Zugang zum Engagement“
In Vereinen heißt es oft: „Bei uns sind alle willkommen!" Doch die Realität sieht häufig anders aus, auch in Bezug auf das Alter: Junge Menschen fühlen sich nicht ernst genommen, Ältere erleben, dass ihre Erfahrungen nicht (mehr) gefragt sind. Es mangelt selten an der Bereitschaft, sich einzubringen. Aber Macht- und Generationenverhältnisse prägen das Engagement. Strukturen, Haltungen und Formate erschweren – in aller Regel unbewusst – die Ansprache und Offenheit für verschiedene Generationen.
Altersdiskriminierung wird im gesellschaftlichen Diskurs häufig vor allem mit älteren Menschen verbunden. In ehrenamtlichen und verbandlichen Strukturen zeigt sich jedoch ein breiteres Spannungsfeld: Junge Engagierte erleben, dass ihnen Verantwortung oder Kompetenz aufgrund ihres Alters abgesprochen wird, während ältere Engagierte sich mit Zuschreibungen wie fehlender Veränderungsbereitschaft oder mangelnder Anschlussfähigkeit konfrontiert sehen. Das Diskussionsforum stellt die Frage in den Mittelpunkt, wie Altersbilder und generationelle Zuschreibungen Zusammenarbeit, Beteiligung und demokratische Kultur in Verbänden beeinflussen.
In diesem Workshop machen wir mithilfe von Rollenkarten und Szenarien einen Perspektivwechsel: Wir schlüpfen in verschiedene Rollen aus diversen Generationen und Lebenssituationen und stellen Fragen, die zum Nachdenken über eingefahrene Strukturen und Verhaltensweisen anregen.
Referentinnen
Denise Knab ist Politikwissenschaftlerin und Leiterin des Projekts "Wellenbrecher - für neue Perspektiven im Verband" im Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ bei der DLRG-Jugend Bayern. In ihrer Arbeit konzipiert und begleitet sie Bildungsformate zu Demokratie, Vielfalt und diskriminierungssensibler Verbandskultur für Jugendliche und Erwachsene. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen und Diskriminierungsformen im Ehrenamt, darunter auch Altersdiskriminierung.
Katharina Trenkle ist Geographin und Politikwissenschaftlerin und leitet das Projekt „Tradition mit Zukunft“ an der Georg-von-Vollmar-Akademie in Kochel am See. Ihr Fokus liegt vor allem auf Workshopformaten für schwer zugängliche Gruppen wie Traditionsvereine. Mit ihrem Projekt baut sie Brücken zwischen Tradition und Moderne, zwischen Traditionsvereinen und Politik.
Melanie Kroll, Berenike Pokatis und Heike Roth sind Referentinnen im Landesweiten Kompetenzzentrum Engagement im Paritätischen Schleswig-Holstein, wo sie auch das Demokratie-Projekt zusammenWACHSEN umsetzen. Sie bieten Fortbildungen, Beratung und Begleitung zu Vereinsentwicklung, Engagementförderung und Demokratiestärkung im sozialen Bereich.
(7) Projektspots
Ideen die verbinden - Praxisbeispiele für generationengerechtes Engagement und Generationensolidarität
Arbeitskultur zwischen den Generationen, Heike Philipp, Omas for future
Tisch der Generationen, Wolfgang Hauck, die KunstBauStelle e. V.
Bühne der Generationen, Ruby Leuze, Creative Change e.V.
Mut Kokon, Anne Marie Schütte, Soziale Arbeit Mittelmark e.V.
(8) Workshop
Generationengerechtigkeit - Interessenkonflikt oder solidarische Praxis?
„Generationengerechtigkeit“ gilt als politisches Leitbild – zugleich wird der Begriff häufig genutzt, um vermeintliche Interessenkonflikte zwischen Generationen zu konstruieren. Der Workshop stellt die Perspektive der intergenerationellen Solidarität des Deutschen Bundesjugendrings vor und lädt dazu ein, ihre Bedeutung für die Vereins- und Verbandspraxis zu diskutieren: Wie können Generationen nicht als Gegensätze, sondern als Verbündete verstanden werden?
Referent
Maximilian Lorenz, Bundesjugendring
Maximilian Lorenz ist Referent für politische Jugendbildung beim Deutschen Bundesjugendring e.V. (DBJR). Er setzt mit politischer Jugendbildung in den Jugendverbänden und -ringen auseinander, ist für den DBJR in den Gremien der außerschulischen politischen Jugendbildung, der „Gemeinsamen Initiative der Träger Politischer Jugendbildung“ (GEMINI) im „Bundesausschuss Politische Bildung“ (bap) aktiv sowie in der Bundeskoordination der Kinder- und Jugendwahl